Hintergrund: Eine Mühle auf der Mulde
Auch die Betreiber der Schiffmühle auf der Mulde im sächsischen
Höfgen, einem Ortsteil der südlich Leipzig gelegenen Stadt Grimma,
müssen ihre Prospekte umschreiben. Ihre seit 1993 betriebene Schiffmühle
ist nicht mehr die einzig funktionsfähige in Deutschland. Doch einzigartig
bleibt sie ihrer Funktion. Sie treibt mit der aus dem zwischen 1,40 und
2,40 Meter schnell fließenden Muldenwasser entnommenen Kraft
eine dreistufige Kolbenpumpe an, die pro Stunde 4000 Liter Wasser 50 Meter
hoch und 400 Meter entfernt in einen als Wasserspeicher genutzten
Aussichtsturm-Keller transportiert. Hieraus werden Springbrunnen im sogenannten
Jutta-Park gespeist.
Die Schiffmühle im Fluß besteht aus zwei eisernen Pontons
mit hölzernen Aufbauten, die mit Traversen und einem Wellrad verbunden
sind. Das Hausschiff, das die technische Einrichtung des Schöpf- und
Hebewerks beherbergt, ist zehn Meter lang und 6,50 Meter breit. Als Winterhafen
wurde ein alter Muldenarm in der Nähe ausgebaggert, wohin sich
das Schiff aus eigener Kraft, nämlich mittels generatorbetriebener
Elektroseilwinden ziehen kann.
Die Vorläufer der Höfner Schiffmühle arbeitete bis 1871
an dieser Stelle. Ein Hochwasser, dann ist die Mulde bsi zu 8 Meter pro
Sekunde schnell, ließ ein Lager heißlaufen, das die Mühle
in Brand setzte. Auch bei der jetzigen Mühle war die Feuerwehr aktiv.
1995 mußte sie die bei Hochwasser abgesoffene Mühle wieder aufrichten.
Die jetzige Mühle, seit 1991 physikalisches Modellprojekt für
Energieversorgung aus alternativen Kraftquellen in den Entwicklungsländern,
ist eine Forschungs- und Bildungseinrichtung. Sie gehört der
Denkmalschmiede GmbH, dem örtlichen Kulturträger. Tel.: 034 37
/ 98 77 -0
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