Mühlentagebuch vom 5.April 99

Besuch auf der historischen Mühle in Potsdam-Sanssouci

Ostermontag, super Wetter, die Sonne lockt die Leute heraus. Als ich gegen 10 Uhr an der Mühle auftauche ist sie schon voller Besucher, die Massen stürmen sie quasi. Wind ist so einigermaßen. Der Müller Hermann Alber hat die Osteröffnung erst kurzfristig beschlossen, nun geben ihm die Besucherzahlen recht. Gestern waren es alleine 1000 Leute, die sich die Mühle angeguckt haben.

Leichter, wechselnder  Westwind. Die Segel sind drauf, aber die Sturmbretter noch nicht. Manchmal schläft der Wind ein, dreht auf Nord-West. Die Mühle dreht ein paar mal rückwärts, oder wir schieben sie an. Kein Mahlwetter.

Aber Haken nachschleifen bei diesem Wetter auf der Galerie, das tut gut in der Sonne. Und so komme ich wenigstens dazu auch einmal den Flügel hinaufzuklettern. Ist viel einfacher, als bei unseren Jalousienflügeln. Klare Gitteröffnungen, in die man treten kann. Mit den Haken in der Tasche steige ich wieder hinab.

Häufig werden wir hier von den Besuchern angesprochen. Es ist auch viel mehr Personal auf der Mühle: Der Müller, dann Peter Ruegg von der Berlin-Brandenburgischen Mühlenvereinigung, und ein paar Aushilfskräfte - Studenten zumeist. Im Steinboden oben wird erklärt. Aber eine schöne, ruhige Führung bekommt man mit den Massen nicht hin. Und damit zu mahlen ist dann gar nicht drin: Über die verstopften Treppen käme man gar nicht rauf und runter, um auf den verschiedenen Böden die Bedienungen durchzuführen. Ein schönes, durchsichtiges Steinemodell haben sie hier, damit kann die Funktion der Mahlsteine schön erklärt werden.

Im Kappboden liegt noch das letztes Jahr kaputt gegangene Schleppstück - das ist ein Teil der Bremse. Bei einer mißglückten Bremsaktion war es gebrochen, die Mühle war damit ohne Bremse. Aber es ist gut ausgegangen. ...

Nach zwei Stunden drehen wir die Mühle nach Nordwest nach. Die Mühle hat einen Steert, mit dem die Kappe mit Hilfe eines großen Gaffelrades und Kettenzug nachgedreht wird. Und nun nimmt der Wind auch zu, so daß wir die Segel auf die Hälfte reffen. Linksrum eingedreht werden sie auf die Flügel gebunden.

Als ich dann gehe, strömen die Besucher noch immer. Es werden wohl wieder so an die 1000 werden.

Hier ist im Internet noch ein Bild der Mühle.

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