Mühlentagebuch vom 13.März 1999
Der Galerieboden muß gestrichen werden - puh - zum Glück bekommen wir Müllerbesuch
Der zweite Praxistag dieses Jahr und der Wetterbericht verspricht wieder ein wunderschönes Wetter. Frühlingsluft, auch wenn es im östlichen Deutschland nicht über 10 Grad geht. Aber der Sonnenschein lockt die Leute hinaus.
Morgens können wir immer noch nicht draußen Frühstücken. Als wir dann gegen 11 Uhr auf der Galerie erscheinen sind die Pullover noch nicht unter den Arbeitsanzügen verschwunden und hie und da ist eine Pudelmütze auf dem Kopf.
Die Holzbretter der Galerie müssen gestrichen werden, nachdem sie
im letzten Herbst noch ausgetauscht worden sind. Ohne sie vorher zu streichen!
Und wieder einmal war die knappe Kasse Regiemeister: Keine Eichenbohlen,
kesseldruckimprägniertes Fichtenholz. Zur Zeit das billigere Angebot...
Die Folien, die wir unter der Galerie auslegen, werden vom böigen Ostwind ständig verblasen, schade das wäre schönes Mahlwetter. Als wir uns anschicken die Rollen in die Farbe zu tunken, bekommen wir Besuch: Heiko, Müller aus Verden an der Aller.
Er muß gleich seinen Arbeitsanzug holen und mittun. Aber der Erfahrungsaustausch
kommt nicht zu kurz.
So berichtet er von dem Müllerkurs im Kreis Diepholz. Über
3 Jahre geht er dort, die Referenten werden von der Volkshochschule bezahlt.
Und er hat ein gleiches Gewicht auf den Wind- und den Wassermühlen.
An beiden Mühlen wird auch ausgebildet.
Damit gibt es in Deutschland 3 Ausbildungsmöglichkeiten zu Hobby-Windmüllern.
Vielleicht können wir ihn als Technikreferenten gewinnen. Er ist
öfters hier in Berlin.
Viele Leute besuchen uns heute. Unsere Brotvorräte, obwohl heute morgen noch einmal aufgefrischt, werden gänzlich verkauft. Viele Leute würden gerne durch die Mühle gucken, wir müssen sie auf morgen zur Führung vertrösten. Da wird es ja wieder einiges zu tun geben. Schon letzten Wochenende war es recht voll - unser erster Tag der Saison. Presse war auch da, eine Berliner Zeitung und das Berliner Fernsehen. Motto: Wohin im Frühling.
Schließlich ziehen wir uns zum Tee und Kaffe zurück. Doch
noch keine Frühling. Aber er kommt.