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    Mühlentagebuch vom 19. Februar 2000



    Aufweckung : Die Britzer Mühle wird für die Saison fitt gemacht. 

    Das Wetter wurde in den letzten Tagen wieder ein wenig frühlingshafter: Ab und zu zeigte sich die Sonne. Doch für Anfang der Woche waren wieder Schneeschauer angekündigt. Und da wollt ihr schon wieder loslegen? Ihr friert da draußen doch nur, so der Kommentar von Freunden.

    Doch am  ersten Märzwochenende ist Eröffnung. Termine müssen eingehalten werden, und sei das Wetter noch so mies. Und wurde nicht früher zumeist im Winter gearbeitet, wenn die Felder keine Arbeitskraft brauchten und die Winterwinde wehen? Also noch einen Pullover untergezogen und los ! 

    Dieses Jahr machen sich die Erfahrungen bemerkbar. Zu zweit fangen wir an, die Technik in der Kappe der Mühle abzuschmieren. Die Lagerungen der Flügelwelle, alle Stauferfettdosen, die Windrose. Das Kruiwerk bekommt bei uns keine Schmierung, die Lagerung der Königswelle und der Mühleisen werden überprüft. Die Kämme von Kammrad, Bunkler, Stirnrad und Korbrad werden abgeklappert, auf jeden ungewohnten Ton gelauscht. Beim Einmotten im letzten Herbst hatten wir die Kämme noch einmal nachgeschlagen, im Winter die Mühle so ab und zu drehen lassen, damit sie beweglich bleibt. 

    Doch der Wind der spielt heute nicht mit: Stärke 2 - 3, das heißt bei unserer strömungsungünstigen Windrose, wir müssen mit Muskelkraft die Mühle in den Wind drehen. Mit der Kurbel wird die Kappe in den Wind gedreht, ganz schön schweißtreibend. Schließlich stimmst, wir können die Bremse lösen. 

    Doch nichts geschieht. Die Mühle steht, kein Flügel ruckt ein wenig vor. So wenig kann der Wind doch nicht sein! Ist sie doch fest? Die Sturmbretter sind zwar noch raus, aber die geschlossenen Jalousien müßten doch genug Windfläche bieten. Wir steigen bei geöffneter Bremse auf das Kammrad, nicht ganz das offizielle Verfahren, aber naja: Nichts !  So holen wir die lange Stange und stoßen die Flügelenden an. Und siehe da, der lange Hebelweg macht sich bemerkbar, die Flügel setzen sich langsam in Bewegung, ein paar Meter zumindest.

    So setzten wir die Sturmbretter ein, eins nach dem anderen. Zunächst die gegenüberliegenden Flügel, damit das Gleichgewicht gewahrt bleibt. Immer noch ist anschieben angesagt. Schließlich sind alle drin. 

    Und nun hat sie genug Fläche im Wind, sie schafft es alleine: Die ersten offiziellen Drehungen in diesem Jahr. Die Britzer Mühle ist fitt für die Saison.

    Die abholenden Freunde freuen sich: Eine drehende Mühle, schön, schön. Aber das Lächeln steht ihnen im Gesicht.
     
     



    upgedatet am 29.2.2000
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