Mühlentagebuch vom 22. Juli 99
 

Wetterbericht: Wind, Stärke 4 , auf West drehend, in Norddeutschland und in den Mittelgebirgen Sturmstärke. Reicht es für uns? Nachmittags bin ich an Mühle. Böiger, aber schon wieder nachgelassener Wind aus West, könnte gerade so reichen. Den Weizengang, 1,40m  Kunststein, läuft einfacher, als der Roggengang. Getreide aufschütten, angebremst, den Mahlgang eingeklinkt, los geht´s. Leider sehr böig, kein gleichmäßiger guter Wind. Er schafft es nicht ganz. Häufiger bleibt die Mühle stehen.

Das Holz vom oberen Mühleisens knarrt, ungewohnte Geräusche. Das Holz hatte schon zwei Schwindrisse, aber heute gucken  wir sie noch etwas mißtrauisch an. Also stoppen, wir schmieren noch einmal alle Lager oben nach: Das obere Lager des Mühleisens mit Graphit und Schweinefett.

Danach geht es etwas besser, vor allem wenn man den Steindruck etwas zurücknimmt. Nicht so hart mahlen, leichter und sanfter die Bewegungen.

Wenig Besuch heute Nachmittag. Ein paar Kinder.

Und wieder Gerüchte: Eine Mühle bei Osnabrück soll einen neuen, engagierten Müller suchen. Aber das alte Problem: Kein Geld, das müßte der neue Müller auch mitbringen. Schon häufiger gehört: Mühlenbesitzer denken immer, mit Mühlen könnte man heute noch Geld verdienen, wär doch ganz einfach. Aber das war früher schon schwierig, und heutzutage gelingt das nur ganz wenigen, die mit ihrem Konzept genau in eine Lücke treffen. Meist sind es eher Museumsmühlen, die betreut werden, ab und zu mal arbeiten, aber keiner kann davon leben.

Haben wir auch in den Niederlanden gesehen. Die einzigen Berufsmühlen, haben soviel nebenher gearbeitet, daß es schon fast ganz normale farikmäßige Mühlenbetriebe sind. Und die historische Mühle , die steht nur noch zu Werbezwecken daneben. Oder - und das ist seltener -  die Mühle wurde voll mit in den Betrieb mit integriert. Wie die  Mühle in Oudoorp, Kornmolen "het Roode Hert". Vier Mahlgänge, riesige Mischer und Silos in der ganzen Mühle, Antrieb mit Wind und Elektro und zu Museumszwecken noch mit dem alten Lokomobil.

Doch wie arbeitet man hier damit?

Deshalb hier noch einmal der Aufruf an alle mitlesenden Müller:

Mühle mit Konzept:

Stellen Sie uns ihre Mühle vor. Ein Fragebogen zur Technik und zur Betriebswirtschaft.
Kopieren sie ihn und stellen sie die Antworten in die Diskussionsseiten.
Vielleicht gefallen ihnen ja auch die Fragen nicht, oder sie vermissen welche. E-mail an Aeggy
Ich würde mich über ihr Mühe freuen.



Fragebogen:

1. Was für eine Mühle betreiben Sie: (Wasser, Bock, Holländer, ...)

2. Was ist Ihre Funktion auf der Mühle ( Müller, Museumsmensch, Gastronom, Eventgestalter, alles) brauch man eigentlich nicht.

3. Wer ist der Eigentümer der Mühle: ( sie selber / jemand anders - Person / Verein / GmbH etc. - )

4.  Wer ist der Betreiber, wer ist vor Ort verantwortlich:  sie selber / angestellter Müller / Müllerverein / Gruppe von Leuten

4a. Wenn angestellter Müller: Wo Angestellt, wie finanziert: (Besitzer / Gemeinde / Verein  // Angestellter (voll / dreiviertel /halb) ABM / EU-Mittel / Praktikant / Ausbildungsvertrag / Idealist )

5 Auf welchem Verhältnis betreiben sie die Mühle: (Nutzungsvertrag / Pachtvertrag / ohne Vertrag )

6. Wie nutzen sie die Mühle ? (Museum / Verkauf von Müllereiprodukten / Futtermühle  / Verkauf von nicht Müllereiprodukten - Andenken, Landwirtschaftliche Produkte )

7. Angeschlossene Gewerbe ( Gastwirtschaft, Öko-Laden, Ökokistenbringedienst, Verkauf übers Internet )

8. Welche Idee wurde mit dieser Betreibung verfolgt?

9  Inwieweit ist an dem Umsatz /Gewinn der Eigentümer beteiligt ?

10 Wieviel Zeit ist die Mühle geöffnet: (Wochenende / WE + Freitag / WE + ganze Woche)

11 Wie besetzen sie die Dienste (unter der Woche der Betreiber + Wochenende der Müllerverein / alles der Betreiber )

12 Wer macht die Instandsetzungsarbeiten, wer bezahlt sie ?

Vielen Dank für ihr Mühe!
 
 

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